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5. Austragung des Flückiger Cross Madiswil 

Sascha Weber verteidigte in Madiswil seinen Vorjahressieg am Flückiger Cross. Bei besten äusseren Bedingungen siegte der Deutsche vor Marcel Wildhaber. Das Rennen der Frauen wurde von Jasmin Achermann dominiert.
 
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Regen oder gar Schnee, kühle Temperaturen und ein entsprechend tiefes Terrain – noch Mitte Woche musste für das 5. Flückiger Cross mit ganz schwierigen Bedingungen gerechnet werden. Doch es kam anders. Das Wetter hielt bis ganz zum Schluss, und die Strecke präsentierte sich nach den letzten Regenfällen am Freitag in einem sehr gut fahrbaren Zustand. Anspruchsvoll blieb der Parcours aber dennoch, durch die vielen Richtungsänderungen auf dem 2,6 km langen Rundkurs und die heikle Abfahrt, welche sich auch in diesem Jahr als ziemlich schwierig zu meisternde Herausforderung darstellte.
 
Und sie brachte zu Rennmitte auch eine erste Vorentscheidung. Lokalmatador Lukas Flückiger passierte die drei Haarnadelkurven plus die Schrägpassagen zwar so schnell wie kein anderer Fahrer, doch in Runde vier bekam er die Folgen der ziemlich holprigen Passage zu spüren. Die Kette hatte sich verklemmt, was den Sieger von 2014 auf Rang 11 zurück und damit aus der Entscheidung warf. Profitieren vom Ausfall des Mitfavoriten konnte das Trio mit Sascha Weber, Marcel Wildhaber und Severin Sägesser, welches fortan alleine an der Spitze des Rennens verblieb.
 
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Damit war im Kampf um die Podestplätze die Spannung etwas raus, nicht jedoch im Kampf um den Tagessieg. Nachdem sich die drei auf den langen Geraden schon ab der fünften von acht Runden taktische Geplänkel lieferten, war es Weber, welcher in der zweitletzten Runde vehement angriff und wegkam. Der Vorsprung von gut zehn Sekunden schien beruhigend, ehe er in der letzten Abfahrt ein bisschen zu viel riskierte. „Ich wollte nicht rausnehmen, und prompt zerwickelte es mich“, so der neue Doppelsieger über seinen Sturz. „Ich bin glücklich, mit dem Allerletzten doch noch den Sieg ins Ziel gebracht zu haben.“
 
Im Rücken des Freiburgers kam Marcel Wildhaber noch bis auf gut eine Sekunde heran und verpasste damit seinen ebenfalls zweiten Sieg in Madiswil, nach jenem bei der Premiere 2012, denkbar knapp. „Zufrieden bin ich trotzdem“, so Wildhaber, der sich in der Dreierspitze natürlich Hoffnungen auf den Sieg gemacht hatte. „Doch Sascha fuhr heute wirklich stark, er hat am Ende das Rennen kontrolliert.“
 
Lobende Worte für den Sieger hatte auch der Drittplatzierte Severin Sägesser übrig. Zum ersten Mal in seiner Karriere fuhr der Niedergösger an einem nationalen oder internationalen Quer aufs Podest. Er habe schon lange von diesem Moment geträumt, so der 24-Jährige: „Ich hoffe, dass es bald noch ein paar Treppchen weiter nach oben geht.“ Einen Schreckmoment hatte Sägesser einzig zu Beginn des Rennens zu überstehen, als er nach einem Fahrfehler wegrutschte und kurzfristig den Anschluss an die Spitze verlor.
 
So stark wie noch nie fuhr in Madiswil Andreas Moser. Quasi vor seiner Haustüre holte sich der OK-Präsident Rang 6 und sprach nach dem Rennen von einem perfekten Anlass. „Es hatte recht viele Leute entlang der Strecke, wir Fahrer profitierten von sehr guten äusseren Bedingungen. Die Strecke war zwar ein bisschen rutschig, doch das machte vor allem die Abfahrt natürlich sehr attraktiv.“
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Das Rennen der Frauen wurde zu einer klaren Angelegenheit für Jasmin Egger-Achermann. Die 27-Jährige aus Gunzwil kehrte nach dreijähriger Kinderpause diesen Herbst in den Rennzirkus zurück und feierte in Madiswil einen Start-Ziel-Sieg. „Es geht von Rennen zu Rennen besser“, strahlte die Siegerin nach ihrem Rennen, „obwohl ich noch lange nicht dieselben Umfänge trainiere, wie noch früher.“ Sie könne sich aber vorstellen, in Zukunft noch mehr in den Sport zu investieren und auch wieder Rennen auf der internationalen Bühne zu bestreiten. „Sollte ich tatsächlich in den Weltcup zurückkehren, werde ich wieder vermehrt spezifische Trainings absolvieren müssen. Im Moment schätze ich es aber noch sehr, bezüglich Trainingsgestaltung flexibel zu sein.“